Google, es reicht!

Hallo Leute,

Heute wollte ich einen netten einfachen Artikel darüber schreiben, wie sehr mir Flipboard gefällt. Eine wunderschön gemachte Newsreader-App, jetzt auch fürs iPhone. Wie sich elegant, schön und einfach, interessante Artikel lesen lassen, was für ein optischer Genuss diese App ist, wie sie mich innerhalb eines Wochenendes erobert hat. Wie sie sich mit eigenen Twitterfeeds und Facebook personalisieren lässt. Und, und, und. Aber was muss ich heute morgen lesen? Google hat einen Konkurrenten dazu ins Rennen geschickt. „Currents“ heißt der Klon. Und auf den Screenshots sieht er aus wie Flipboard. Oh, Mann, Google, es reicht, echt jetzt. Im Ernst und ohne Spaß!!!
„Wer beherrscht das Internet?“, fragte der Spiegel letzte Woche. Ich glaube, dies ist die falsche Frage. Google herscht und verteidigt sein Imperium mit allen Tricks und Kniffen. Und Google kämpft gegen alle und jeden. Und ist sich nicht zu schade, alle und jeden zu kopieren. Erst das iPhone mit ihrem rukelnden Androidenkram, Facebook mit diesem öden Plus-Dingens, auch Amazon wollen sie kopieren und als Versandhändler auftreten (was eine abstruse Idee ist. Eine Konzern ohne direkten Kundenkontakt will Versandhändler werden. Na viel Spass…). Musik wollen sie jetzt auch verkaufen, Filme, Office im Netz haben sie, ein Computerbetriebssystem haben sie und auch vom Fernseher soll man nicht ohne Google das Internet benutzen.
Wenn sie Groupon nicht kaufen können, bauen sie einen Klon. Wenn Flipboard anfängt erfolgreich zu werden, bauen sie einen Klon. Alles Klone.
Google beherrscht das Internet. Und wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Apple will nicht das Internet beherrschen. Es will Hardware verkaufen. Amazon will auch nicht das Internet beherrschen, sondern ebenfalls Hardware verkaufen. (bzw. digitale Hardware wie eBooks, MP3s, Videos etc.) Facebook will mein ganzes Leben abbilden. Google will sich zwischen mich und das Internet schieben.
Wer verdient denn womit Geld? Apple und Amazon verdienen mit Hardware. Ob und wieviel Geld Facebook verdient, weiß ich nicht. Aber sie könnten. Sie haben eine mächtige Position. Google verdient mit Werbung. Und zwar nur mit Werbung. Werbung auf ihrer Suchseite. Deswegen geht ihnen der Arsch auf Grundeis – um es mal salopp auszudrücken – wenn andere Google versuchen überflüssig zu machen. Wenn sie sich nicht mehr dazwischen schieben können. Google muss zwischen mir und dem Internet sitzen um weiter mit Werbung Geld zu verdienen. So einfach ist das. Und jeder der daher kommt und eine Idee hat, die die Cashcow von Google gefährden könnte, wird einfach aufgekauft oder schamlos kopiert.
Flipboard für das iPad hat fast überall gute Kritiken bekommen. Jetzt kommt die App auch fürs iPhone raus und keine Woche später zeigt Google, wie gut sie kopieren können.
Früher hat Steve Jobs mal gesagt: „Redmond, schmeißt die Kopierer an.“ Jetzt ist es Google aus Mountain View, die angefangen haben ihr Klonnetz auszuwerfen und soviel Plusse wie möglich fischen wollen. Keiner soll Gewinne aus dem Internet schöpfen können außer Google. Zur Not bietet Google es einfach umsonst an. Und wenn Google keinen Gewinn macht, können sie so verhindern, dass andere überhaupt einen machen. So einfach scheint mir die Strategie von Google zu sein. Und dies alles ohne den Spiegel Artikel gelesen zu haben. Nur meine Gedanken in meinem kleinen hübschen Köpfchen.
Und so erklärt sich mir auch der Kauf von Motorola. Zwei Jahresgewinne hat Google geopfert. Nur für Patente? Nein, obwohl Android erfolgreich ist, haben sie noch kein richtiges Mittel gegen Apple gefunden. Apple verdient mit iOS-Geräten richtig Kohle. Also hat sich Google überlegt, machen wir das auch so, kaufen einen Gerätehersteller und verdienen damit so viel Geld wie Apple. Oder bieten zur Not die Geräte für Umsonst an. Amazon hat es ja mit dem Kindle Fire vorgemacht. (Amazon verkauft sein Fire mehr oder weniger zum Selbstkostenpreis, bzw. mit leichtem Verlust) Anders können sie Apple in den Smartphonewars kaum schlagen. Jedenfalls was das Geldverdienen angeht.
Die einzigen an die sie sich nicht rantrauen, ist Twitter. (Oder habe ich da was verpasst?) Twitter dominiert immer noch unangefochten in seinem 140 Zeichen Imperium.
Warum hat eigentlich der Spiegel Microsoft nicht auf dem Cover? Sind die wirklich schon geschlagen? Immerhin verdient Microsoft vermutlich mehr Geld an Android als Google. Von den großen Herstellern bekommt Microsoft immerhin pro Android Gerät zwischen $3 und §10 Dollar. Google gibt Android kostenlos her. Und steckt selbst viel Geld in den Unterhalt und Fortbestand.
Ja wie gesagt. Eigentlich wollte ich nur über Flipboard schreiben. Aber dann platze mir der Kragen und ich musste eine kleine Tirade schreiben. Macht ja sonst keiner… 😉
Gruss Eure Lisa
Ach ja: Probiert mal Flipboard aus!

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