Off Topic: Deutsche Strafverfolgungsbehörden

Hallo Leute,
Hier etwas zu einem ganz anderem Thema: Facebookaccount kann von den Strafverfolgungsbehörden noch nicht beschlagnahmt werden.
Unsere Welt ist doch voller herrlicher Paradoxien. Ohne richterliche Anweisung lassen sich die Handydaten Tausender Menschen in der Nähe einer Anti-Nazi-Demo abgreifen, mit richterlicher Anordnung können Wohnungen durchsucht, Rechner beschlagnahmt, Telefonate abgehört, auch Emailkonten beschlagnahmt und wohl auch Trojaner auf Rechnern installiert werden. Aber einen popligen, doofen Facebookaccount können deutsche Ermittler bisher jedenfalls nicht so einfach beschlagnahmen. Man kann ja schon froh sein, dass sie es schaffen, die öffentlichen Posts im Zweifel zu lesen.
Klar ich erwarte keine C. S. I. Methoden hier. Gesichtserkennung wird es in Deutschland wohl nicht geben. Oder mobile Fingerabdruckscanner. Zugriff auf Überwachungskameras und zeitnahe Daten von Kreditkartenbenutzung. Ist ja auch „nur“ Fernsehen. Aber dass private Nachrichten auf Facebook bisher sicher vor staatlicher Überwachung sind, während meine Telefongespräche abgehört werden können und ich mit sogenannten „stummen“ SMS sogar lokalisiert werden kann, ist doch mehr als kurios.
Es muss dann ja noch nicht mal Facebook sein. Es gibt genug Onlinedienste in denen ich private Nachrichten versenden kann (Onlinespiele, andere soziale Netze…), die sich anscheinend nicht auf der Überwachungsliste der deutschen Behörden stehen. Wie ist das eigentlich mit Chats wie ICQ? Oder iMessage?
Und ich bin etwas entsetzt, dass so etwas Naheliegendes wie die Kommunikation über Facebook anscheinend noch nie Gegenstand einer polizeilichen Ermittlung war. Also liebe Ganoven, auch ohne grösseres IT-Wissen könnt ihr online in Kontakt treten. Allerdings zeugt es aber auch nicht gerade von Klugheit digitale Spuren zu hinterlassen. Denn wer weiß, wer sonst so das Recht hat, diese Nachrichten zu lesen. Die US-Behörden können ja. Allerdings dürften die sich nicht allzu sehr für einen Wohnungseinbruch in Germany interessieren.

Fassen wir zusammen. Die Deutschen überwachen das Handynetz stärker als erlaubt. Sie wollen die Vorratsdatenspeicherung, aber die privaten Nachrichten auf Facebook waren bisher Tabu.
Und im Vorliegenden Fall hätte der Angeklagte, sofern er nicht in u-Haft sitzt, genug Zeit, alle Nachrichten zu löschen. Falls Facebook wirklich zeitnah Daten löschen würde. Aber das wäre ein anderer Post.

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Siri, Siri, sag mir wann…

Siri, sprichst du Japanisch?

Apple hat ein neues Sicherheitsproblem. Nachdem Mitarbeiter in bayrischen Biergärten schon Geräte verloren, und auch Steve Jobs es schon mal gebrannt hatte, Bill Gates vom iPad zu erzählen, gibt es nun ein weiteres Leck in dem so verschwiegenen Konzern. Siri
Siri plaudert freimütig, dass es Japanisch kann, obwohl es das noch gar nicht kann. Verrückt.
– Welches Geschlecht hat Siri eigentlich? Die Siri, Das Siri? Und mit britischem Englisch spricht Siri mit einer Männerstimme, also dann der Siri? –
Siri, Siri sag mir wieviel Sterne…
Siri, Siri sag mir quando sag mir wann kommt das iPhone5.
Siri, Siri bin ich die hübscheste im ganzen Land?

Volunia – Die neue Suche?

Hallo ihr Lieben,

heute beziehe ich mich auf einen N24-Artikel.

Google versucht sich ja schon an der sozialen Suche mit ihrem „G + Plus Ich und auch Ihr und alle anderen“, oder wie auch immer das heißt. Nicht zuletzt deswegen, da Google nicht mehr lange das allein-seelig-machende Portal zum Web bleiben wird. Facebook, Twitter, Siri etc könnten bald die Googlesuche ersetzen. Aber so ein grosser Wurf scheint „G+ Ich, Du, ErSieEs“ noch nicht zu sein, solange nur in Google + gesucht werden kann.

Nun kommt, von dem Erfinder des Algorithmus hinter der Google-Suche, eine neue Suchmaschine. Volunia.com. Was genau es damit auf sich hat, kann ich noch nicht sagen, bisher kann man sich nur als sogenannter Power-User bewerben (was ich getan habe), aber vielversprechend klingt es allemal. Nicht weniger als die search engine of the future wird versprochen.

Ich stelle es mir so ähnlich wie bei LastFM vor. Dort kann ich, statt nur automatisierte Empfehlungen a la User X kaufte auch Y, realen Leuten folgen und durch ihre Musikbibliothek stöbern. Dadurch kann ich zu Bands und Musik kommen, von denen ich und auch ein Algorithmus niemals gedacht hätten, dass sie mir gefallen würde. Leben, Geschmack und Kunst sind eben zufälliger und chaotischer, als es sich die Computerweisheit träumen lässt.
Wenn dieses Prinzip nun bei der Suche angewandt wird, könnten neue, vertrauenswürdige und werbefreie Ergebnisse mit ebenfalls überraschenden Seiten vorne landen.
Denn ich möchte ja nicht unbedingt die Seite haben, auf die am meisten im Web verlinkt wird, sondern das Ergebnis, welches mir eine spannende neue Erkenntnis liefert. So in der Art. Seek and meet. Aber möglicherweise funktioniert es ganz anders.
Ich werde Euch weiter berichten…

Zu der Hyper-Suche von Marchiori habe ich nicht alzuviel Gefunden im Web. In the 1990s, Marchiori was teaching at MIT, Larry Page, the future founder of Google, approached him at the conference where he presented his algorithm titled ‘HyperSearch‘. Marchiori has been quoted as saying, “Page was fascinated by it and asked if he could use it. Since it was not patented, he used it in the best possible way.” Und jetzt werkelt dieser Algorithmus in der patentierten und verschlossenen Google-Suche. So ist der Lauf der Welt…